Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher

Transkript

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00:00:00: Franz der Literatur-Podcast, der vergessenen Bücher.

00:00:03: In dieser Ausgabe Siruya Shalev nicht ich und Heinrich Mann Professor Unrad.

00:00:09: Welch Genugtuung?

00:00:10: Wenn ein Roman nach vielen Jahren erfolgreich wird – obwohl er beim Start durchfiel!

00:00:16: Natürlich ist Siruja ShaleV inzwischen eine etablierte Autorin, die eine ganz andere Aufmerksamkeit zuteil wird als Loch in den Anfängen Die Bereitschaft einen zweiten Blick oder gar einen ersten in ihr Debüt vor dem Hintergrund ihres literarischen Werks zu werfen, groß genug um eine neue Bewertung vorzunehmen.

00:00:35: Der Roman verstieß gleich gegen zwei Konventionen – Eine Frau verlässt ihr Kind das sie auch ihrem Mann verließ mag selbst vor dreißig Jahren noch nachvollziehbar gewesen sein aber eher Kind.

00:00:47: und wofür das alles?

00:00:48: Um sich hemmungslos ihrem Sexleben hinzugeben!

00:00:51: Dass es für sie dabei ums Überleben geht, war nicht nachvollziehbar.

00:00:57: Auf dem Weg zum Kindergarten schnell noch Sex haben – unvorstellbar!

00:01:01: Gleich in mehrfacher Hinsicht provoziert Charlie gegen das Frauenbild jener Zeit.

00:01:07: Nun liegt nicht ich in der Besetzung von Anne Birkenauer vor und wir begegnen einer Frau die allein durch die Trennung keine Erfüllung findet.

00:01:15: Zu komplex ist ihr Innenleben.

00:01:18: Die Männer, die aufeinander folgen geben mir keinen Halt.

00:01:20: Wie im Rausch versucht sie sich selbst anzunähern und das in einem unsicheren, erzählerischen Kontext.

00:01:27: Die offene Form für Unsicherungen der Zähnen wirken wie die Aufspritterung einer Sucht nach einem selbstbestimmten Leben während die Erwartungen daran immer größer werden.

00:01:37: Wer sich selbst nur schemenhaft wahrnimmt, der darf auf Erlösung kaum hoffen.

00:01:42: Chalers Heldin bewegt sich in der Wiederholung – so ist es auch nicht merkwürdig dass das Geschlecht wechselt!

00:01:49: Die Frau zum Mann und der Mann zur Frau mutiert.

00:01:53: Chalev besteht der Versuchung, die lösenden Enden zusammenzuführen.

00:01:57: Sie verliert ihr Kind und befindet sich in einer sich selbst entfremdenden Auflösung.

00:02:04: Als Leser benötigt es einiges an Ausdauer um den Roman als wütenden Vorboten ihrer späteren Werke zu sehen.

00:02:16: Wer sieht nicht Malene Dietrich vor sich?

00:02:18: das Knie angezogen, den Zylinder auf dem Kopf wenn er an Heinrich Manz Roman Professor Unrad denkt.

00:02:26: Emil Jannings hat ihm ein Gesicht verliehen.

00:02:30: Unbeschönig lässt sich in dem Oberstudienrat das Bild eines großbürgerlichen Despoten entdecken der seine Schüler unterdrückt, sich da klassisch verschrieben hat und die Gesellschaft von jeglichem Schmutz reinigen will.

00:02:45: nicht nur ein Lehrer, vor allem einer Zier an dem sich die deutsche Seele aufrichten soll.

00:02:51: Der Nährboden ist Ninzehundertfünf als der Roman erschien bereits für einen Aufziehen des Drittes Reichs vorhanden.

00:02:57: Als beißende Satire gedacht ist Rat, der von seinen Schülern Unrat genannt wird kein Schlupfloch aus einem autoritären Leben.

00:03:07: Blinder, Gehorsam, Disziplin greifen nicht mehr, wenn sich plötzlich die eigene Doppelmoral angesichts eines Mädels auf einer Bühne zeigt, der er hemmungslos verfeldt.

00:03:17: Heinrich Mann gelingt in der Figur des Oberstudienrat Rats – Der Kunstgriff von der dünnen Schicht zu erzählen, die einen blinden Anhänger der Obrigkeit zur eine Reise ins Boden lose ansetzen zu lassen!

00:03:32: Der Roman besitzt anarchische Züge, wenn wir sehen wie schnell und haltlos so ein Absturz geschehen kann.

00:03:38: So dass am Ende nichts als Mitleid für ihn übrig bleibt.

00:03:42: Der Spießer ist zu dem geworden was er selbst verachtet hat, sondern würde beraubt.

00:03:48: Einmal mehr beweist sich das es oftmals etwas in einem Selbst ist, was an der Oberfläche so abitter bekämpft wird Und so wird aus dem Oberstudienradrat eine bemitleidenswerte Figur die einen Clown in sich trägt.