Literaturpodcast
00:00:00: Franzon, der Literatur-Podcast der vergessenen Bücher.
00:00:03: In dieser Ausgabe an Christine Krumm, Ultramarine und Virginie de Pont, Liebes Arschloch.
00:00:10: Toxic, abhängig, psychisch missbraucht!
00:00:13: An Christine, Krumms Roman Ultramarin verlangt dem Leser gleich die Frage ab... Warum?
00:00:19: Lu kann sich von Raph nicht befreien, führt weiß dass das zwischen ihnen nicht gut läuft.
00:00:25: Raphs Dominanz zieht sie immer wieder zurück in seinen Bann Selbst wenn sie Abstand gewinnt.
00:00:31: Als eine Schwester Sophie nicht mit ihnen wie geplant an die dänische Küste fährt und durch Nora ersetzt wird, wird Lou so gleich zum Fremdkörper in diesem Dreieck – obwohl sie eigentlich die Genie sein müsste, die fest verankert dem gemeinsamen Urlaub entgegenfiebert.
00:00:48: Schließlich kennen Raph und Sie sich seit Schulzeiten.
00:00:51: Der Roman spittet sich in mehrere Zeitebenen auf, erzählt von den Tagen am Meer, den Dünen, dem gemeinsamen Abend und überraschenden sexuellem Begegnun ebenso wie von der Zeit sich in RAF und Luda vor.
00:01:05: Erzelt von Jakob, den einzigen Menschen zu dem Lucy hätte flüchten können nachdem sie sich geküsst hatten.
00:01:13: Kump gelingt es den Aufenthalt in dem alten Haus mit unterschwelligen Bedrohungen zu unterlegen, die darauf beruhen dass da ein Mann Macht über eine Frau besitzt und sich schamlos ausnutzt indem er sein Charisma einsetzt um sie psychisch zum missbrauchen.
00:01:29: Sie ist ihm verfallen fügsam wehrlos.
00:01:32: je länger die Geschichte dauert je mehr aus der Vergangenheit erzählt wird desto zarniger wird man als Leser über das Schützlose Zwischendurch hofft Lou, dass der Sex keine Rolle mehr spielt.
00:01:42: Sich vielleicht zwischen Raph und ihr eine Freundschaft entwickelt doch dann lässt es sich immer wieder auf Situationen ein die sie nicht will überfordern.
00:01:51: So wie die Reise nach Rom zu der sie Raphs Stress da überredet.
00:01:54: Ebenfalls eine Reise zu dritt die Lou nicht genießen wird weil sie eine Glocke über den Kopf mit sich trägt unter der die Fragen nach ihren Raph ständig wiederhallen.
00:02:05: Ein Roman über Beziehungen, die so ein Leben halten.
00:02:08: Ohne das geklärt ist, warum eine Frau sich aus diesem toxischen Verhältnis nicht löst?
00:02:13: Muss da nicht ein Paukenschlag angesichts heftiger toxischer männlicher Psychotricks am Ende kommen?
00:02:20: Kums-Roman is dann Gebühr-Romann.
00:02:23: Klug genug uns Leser keine Erlösung zu versprechen!
00:02:30: Wer schreibt noch Briefe, womit das Genre des Briefromans wohl endgültig gestorben
00:02:35: ist?!
00:02:36: Virginie de Pont lässt ihre Protagonisten in ihrem Roman liebes Arschloch für ihren Hass und ihre Verachtung dem Zeitgeist entsprechend zu Textnachrichten greifen.
00:02:47: Das romantische Vertrauen in den Dialog, das man miteinander sprechen muss um Missverständnisse, Verletzungen zu überwinden ist längst über Bord gegangen.
00:02:56: Ungefilter darf jeder vom Leder ziehen was ihm gerade als wichtig erscheint.
00:03:00: Übersetzt von Ina Kronenberger und Tatiana Michailis Tauchen alle brennenden Themen von Hashtag Me Too über Social Media, Drogen, Machtmissbrauch, Feminismus auf.
00:03:12: Ein Instagram-Post bietet nicht viel Platz.
00:03:15: immerhin lassen sich in ihm leichterhand die Vermierungen, Beleidigungen und Unterstellungen unterbringen – vor allem in Zeiten eines Lockdowns!
00:03:24: Da sind sie in die Jahre gekommenere Bäcker ihres Zeichens Showspielerin Oscar der sich zum Schriftsteller berufen fühlt und sich mit einem drohenden Schreibblock herumschlägt, obwohl er schon einen Roman veröffentlicht hat.
00:03:37: Und Zoe, die sich in ihrem Überall für als Social Media Feministin versteht.
00:03:44: Sie stehen einander zu Beginn unversöhnlich gegenüber und beharren auf ihren Meinungen – wobei verbote Ansichten mit der anderen Lumenheit und zwischenzeitlich aufkeimender Erkenntnis einander abwechseln.
00:03:55: Wer hat nun Recht?
00:03:57: Wer Unrecht?
00:03:57: Wer geht als alkoholisierter Sieger oder Siegerinnen aus dem Streit davor.
00:04:04: Ein Tablo der französischen Gegenwärtsgesellschaft breitet sich vor uns aus, der Bondschläge gegen Ende der Geschichte versöhnlichere Töne an was wohl in der realen, irrealen Welt des Social-Media-Welt selten vorkommt.
00:04:19: Da blockt man sich lieber.
00:04:21: Ändern sich Blickwinkel wirklich wenn man sich einmal verandt hat oder täussten wir uns damit dass dies nicht doch alles so furchtbar ist?
00:04:30: Angesichts der Bekanntnachung von Schauspielern, Sportlern, Politikern und den unzähligen Privatpersonen die sich durch Hassmails verfolgt sehen, kommt man mir da Zweifel.
00:04:40: Es ist angesagt jemandem bloß zu stellen.