Literaturpodcast
00:00:00: Franzon, der Literatur-Podcast der vergessenen Bücher.
00:00:03: In dieser Ausgabe Katharina Polatian, Goldstrand und Paul Beattie – Der Verräter.
00:00:11: Eine Tochter verschwindet auf einer Schiffspassage, neunzehner zwundzwanzig.
00:00:15: Der Vater gibt die Suche nach ihr nicht auf, glaubt klar zu wissen wo sie an Land gegangen ist, wo es doch eigentlich heißen müsste… An Land gespült wurde.
00:00:25: Womit wir gleich zum Kern der Geschichte vordringen?
00:00:28: Kann man der eigenen Erzählung oder Sicht trauen?
00:00:31: Katharina Polatian versteht sich in Goldstrand, meisterlich im Lückenreißen.
00:00:36: Diese müssen gefüllt werden!
00:00:38: Der Leser darf das scheinbar fehlende Selbst besetzen – nicht nur bei der Figurenzeichnung auch bei den Örtlichkeiten die Vielfach einer Zähnenbeschreibung mitten aus seinem Film herausgerissen erscheinen.
00:00:50: Vor allem jedoch dürfen die Figuren diese an sich räussen….
00:00:54: Der Vater lebte seit dem Verlust seiner Tochter auf einem traumhaften Flecken Erde in einer Hütte am Strand.
00:01:01: Der Sohn wird die Leiterin im Institut Glaffprojekt davon überzeugen, genau doch ein sozialistisches Ferienparadies für die hart arbeitende Bevölkerung entstehen zu lassen und an der Verwirklichung der monströsen Hotelbauten mitwirken.
00:01:16: Der preisüberhäufte Enkel und Regisseur Elia Fontana begibt sich Jahrzehnte später mitten in einer Schaffenskrise in die Hände einer Therapeutin, weil nicht alles in seinem Leben rundverlaufen ist.
00:01:29: Die Mutter laut seiner Erzählung hat ihn dort am Goldstrand empfangen und ist mit ihm schwanger nach Rom zurückgekehrt ohne zu wissen dass er unverbesserlicher Vater enttäuscht von ihr dazu hinreißen lässt, weil sie eine Linke ist sich von ihr abzuwenden.
00:01:43: Bei einem solch vielschichtigen Familientraumata braucht mindestens die nächste Generation dringend eine Therapie, um sich damit abzufinden das Verluste mal nun zum Leben gehören und Filmpreise einen nicht davor bewahren.
00:01:58: Gerne verweist Boladian auf Pasolini, Heiner Müller sowie Calvino oder Pavese, um den Bruch ähnlich wie bei F Scott Fitzgerald der ihn als Riss bezeichnete der menschliche Natur zuzuschreiben.
00:02:11: Brauchen wir nicht alle Träume?
00:02:13: Utopien, menschliche Nähe von denen wir nicht lassen können.
00:02:16: Selbst wenn sie eine Richtung einschlagen die so nicht gedacht war.
00:02:24: Paul Beatty hat mit seinem Roman der Verräter in der Übersetzung von Henning Ahrens Die Grenzen der politik korrektnis weit hinter sich gelassen.
00:02:33: In dem der afroamerikanische Autor mitten in Amerika eine Anklave ausruft, in der die Bürgerrechte aufgehoben und die Rassentrennung wieder eingeführt wird droht er mit einer Zukunft, die fest in der Vergangenheit verankert ist.
00:02:47: Gespickt voller Slapstick-Einlagen, die das angestaubte Entsetzen aufpoliert.
00:02:53: Feinen sie nicht in Teilen Brulesque?
00:02:55: Herr Dreis bietet den von der Karte verschuldenen auch Dickens einen Vorort von Los Angeles – Der Bedeutung so sich gehört!
00:03:02: Ausgerechnet ein schwarzer Wassermelon-Züchter und Marihuanaanbauer, schwingt sich von einem alten Leinwahrthelden gedrängt zum Anführer des Rassismus auf.
00:03:13: Homini – der kongeniale Partner des Ich erzähles ist ein ehemaliger Darsteller der erfolgreichen TV-Serie Die Kleinstolche Eine lebende Legende Von ferns.
00:03:24: bedrängt frisst er sein Leben indem er verrät was hinter den Kulissen an sexuellen Gefälligkeiten abgelaufen wie alle Darsteller der Serie auf ihre Art gescheitert sind.
00:03:36: Er will nach einem langen Leben der Enttäuschung nur noch eins, wie das Klave sein und ausgepeitscht werden.
00:03:43: Als Herrn wählt er sich ausgerechnet den Ich erzähle aus – dem Sohn eines Psychologen, der selbst eine leidvolle Kindheit hinter sich gebracht hat, indem er durch drastische Studien am eigenen Leben ein Martyrium aufgebürdet bekam Alles im Dienst der Forschung, um die Tiefen des Rassismus auszuloten.
00:04:02: Mit dem Ziel den Sohn für eine Welt zu stellen in der Weiße das Sagen haben.
00:04:07: Natürlich endet die Sklavenhaltung des Ich-Erzählers vor dem Supreme Court.
00:04:12: Schließlich existiert da ja je nach den Machtverhältnissen einer moralischen Instanz Als Auslöser was zu denken erlaubt ist, dient der Moment als sein Vater an eine Ampel von einem Polizisten in den Rücken geschossen wird und stirbt.
00:04:29: Ein ganz normaler Vorgang.
00:04:31: Irgendwo in den USA wird immer ein Schwarz erschossen.
00:04:34: Wenn daraus keine Unruhen entstehen interessiert das die Medien nur am Rande.
00:04:39: Für Verräter wurde Biete mit dem National Book Critics Circle Award sowie dem Booker-Price ausgezeichnet.
00:04:46: Es wird ihm im Schreiben wohl eine diebische Freude befallen haben, wenn er sich Zähnen wie je in den Bus ausmalte bei der sein Ich-Erzähler die getreten Sitzreihen zwischen Schwarze und Weiße wieder einführt.
00:04:58: Und feststellen muss das sich alle plötzlich zu benehmen wissen oder wenn er den Kampf um die Oberhand an den Schulen einfach umkehrt so dass die Trennung zwischen Schwarzen und weißen Schulen dazu führt, dass die schwarzen Schulen bessere Ergebnisse erzielen als die weißen.
00:05:14: Plötzlich empört sich die weiße Bevölkerung, sprich von Diskriminierung, weil ihre Kinder diese Schule nicht besuchen dürfen.
00:05:20: Durch die Wiedereinführung der Rassentrennung in Dickens lebt der zuvor verarmte, sich selbst überlassene zum Sterben verfluchte Ort auf.
00:05:29: Sein Name erscheint wieder auf der Landkarte, von der er zuvor getilgt war.
00:05:44: zu Ende zu denken.
00:05:45: Wer dies als Satiref lesen mag, entschärft die politische Präsentz.
00:05:49: Hier kennt sich ein Autor bestens mit der Komedie Humänaus.
00:05:53: Betty hat begriffen dass die Politik korrekt ist ein Beruhigungsmittel für ausbalancierte Normalbürger und schert sich einen Dreck darum was man denken was man fühlen was man leben darf.