Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher

Transkript

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00:00:00: Franz der Literatur-Podcast, der vergessenen Bücher.

00:00:03: In dieser Ausgabe Ben Lerner Transkription und Paul Oster Mond über Manhattan.

00:00:10: Obwohl ich das Wort Meter nicht mag bedient sich Ben Llerner in seinem Roman Transkripition einer zweiten Ebene um ihre Vielfalt zu entwickeln.

00:00:19: Der Ich erzähle reicht zu einem Interview an und schon im Zug sitzt er auf dem falschen Platz Nämlich entgegen der Fahrtrichtung, was seine Tochter längst als mit in die Vergangenheit schauen beschrieben hat.

00:00:31: Während ihr über die Eröffnungsfrage nachdenkt damit nicht genug.

00:00:35: das Smartphone, mit dem er das Gespräch aufnehmen will fällt ins Wasser und ist unbrauchbar auf die Schnelle nichts zu ersetzen.

00:00:42: Was also tun?

00:00:44: So tun als ob?

00:00:45: Als würde er aufnehmen?

00:00:47: Mitschreiben was bei den schnellen Gedanken des Interviews einen Steografen benötigen würden sich auf sein Gedächtnis zu verlassen, wäre eine Möglichkeit und alles später aufzuschreiben.

00:01:01: Und das bei einem neunzigjährigen.

00:01:03: Da ich erzähle es nicht im Stande den Propa einzugestehen zumal es sein könnte dass das Interview nicht zustande kommt.

00:01:11: Lerner führt uns mitten hinein in einer Wirklichkeit die auf so tönenden Füßen steht dass die Wahrheit längst untergraben ist.

00:01:19: Später wird er bei einer Veranstaltung zugeben, dass vieles von dem was als Interview gedruckt wurde anhand seines Gedächtnisses rekonstruiert wurde.

00:01:28: Was zu heftigen Reaktionen im Publikum führen wird.

00:01:33: und auch Zuhause scheint alles ins Rutschen zugeraten da die Tochter an Bulimie leidet.

00:01:38: weder ärztliche Beantlungen noch färterliche Strenge dazu führen das das Kind zunimmt.

00:01:43: was hilft man glaubt es?

00:01:45: kaum mehr Zeit am iPad.

00:01:48: Welche Ironie, die klassische Wahrheit in einem Interview ist Vergangenheit.

00:01:52: Das Netz an sich zerstütze unsere Seele geworden.

00:01:55: Nicht zuletzt wird den Learners von Nikolas Stingel übersetzten Roman der Vater in Corona-Zeiten im Sterben liegen Der Sohn virtuell schließlich am Telefon Abschied von ihm nehmen müssen nicht wissen ob der Vater ihn überhaupt versteht und ihm seine Wahrheit von ihm als Vater auf dem angeblichen Sterbebitt sagen müssen als letzte Chance sozusagen, all das loszuwerden was einem belastet.

00:02:21: Und wieder die Wahrheit!

00:02:22: Nur dass der Vater überlebt und seinen Sohn hofft, dass er in seinem Krankheitszustand nicht alles verstanden hat.

00:02:29: Ein schmaler Roman, ein Hundertfünfzig Seiten lang doch wird Ose-Literatur zu der ein Autor nicht nur über die Sprache verfügt Er vielmehr der Metaebene an sich zur Wahrheit verhilft.

00:02:44: Wer sein Vater war weiß Markus denn liefert nicht.

00:02:48: Er lebte bei seiner unverheirateten Mutter, die in den Verkehrsunfall in Boston ums Leben kam.

00:02:54: Vom elften Lebensjahr an kümmerte sich sein Onkel Fictor um ihn – ein Claritinist.

00:02:59: Fogg wächst in einem Internat im New Hampshire auf.

00:03:02: In den letzten Jahren ging er zum Studium nach New York.

00:03:06: Als der Onkel verstürbt, gerät Fogg in einen Strudel aus Einsamkeit, Melancholie und der Suche nach sie selbst.

00:03:12: Zutaten, die allgemein dem Existenzialismus zugeschrieben werden!

00:03:16: In Paul Austers zweiten Roman, Mond über Manhattan übersetzt von Werner Schmitz soll der Rückzug in die Innenperspektive es ermöglichen allmählich den Verlust zu lichten, der sich wie ein Schatten um Fock zusammenzieht.

00:03:30: Dafür ist eine radikale Umkehr notwendig.

00:03:32: Um sich über Wasser zu halten verkauft Fock Bücher des Onkels.

00:03:36: Er studiert nicht länger, rationieren seine Bedürfnisse bis er schließlich wohnungslos im Central Park landet und sich vom Abfall andere Leute ernährt – erst auf dem Boden Aufgeschlagen.

00:03:47: Während er nicht die Freunde, David Zimmer und Kitty Wu, die ihn unterernährt und Fieber in den Park finden, wäre er sicher gestorben.

00:03:55: Sie sorgen dafür dass er wieder auf die Beine kommt.

00:03:57: Er findet eine Stelle als Vorleser bei einem Kreis der im Rollstuhl sitzt und vorgibt jemand anderes zu sein.

00:04:04: Früher war er angeblich Mahler.

00:04:06: Vock soll seinen Nachruf verfassen.

00:04:09: Die abenteuerliche komplexe Geschichte des Julian Barbas alias Thomas Affings und wir zu seinen Vermögen kamen, führt durch poetisch verschrobene Momente die mit einer Zwischenwelt des Schreibens voller Spiegelungen aufgeladen wird.

00:04:24: Nach Babas Tod taucht der Sohn auf, der bislang davon ausging dass sein Vater verstorben sei.

00:04:29: Dass sich dabei die Verästelung in einer Familiengeschichte offenbaren, verdanken wir dem Zufall.

00:04:34: Fogg währt am Ende des Romans sich erneut mittellos auf Wanderschaft begeben um all die Rätsel abzustreifen die sich um ihn angesammelt haben.